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Abt. Kapitalmarkt - Analysen 

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 Aktuell im Focus: Finanzkrise Griechenland:
Die Krise als Chance!

Die Eurozone besteht aus Volkswirtschaften ganz unterschiedlicher Potenz und Größe. Im Grundgedanken der Europaverträge soll gerade auch den Menschen in den schwächeren Mitgliedsländern eine adäquate Lebensführung möglich sein. Dafür lohnt es sich jetzt erst recht, sich einzusetzen.
 
Aus Furcht vor der Abgabe von Hoheitsbefugnissen waren in den Europaverträgen die entsprechenden Kontrollmechanismen viel zu weich formuliert, so dass - wie inbesondere in der gegenwärtigen Krise zu beobachten, viele Länder keine andere Wahl hatten, ihr "Eurolimit" zu überziehen, um ihren Bürgern diesen Anspruch zu ermöglichen. Die fehlende Limitierung und fehlende Kontrolle mit Sanktionierungen führen allerorten auch zu Klientelgesetzgebung und Korruption.

Leider sind die fehlenden Kontrollmechanismen Europas ausgesprochene Schwachstellen in den Europaverträgen und zum Grund für die anhaltende Spekulation der internationalen Finanzwelt gegen einzelne Mitgleider geworden. Dies wird genau so bleiben, solange die Mitglieder des Euroraumes nicht einer zentralen Buchhaltung und Buchprüfung unterworfen sind. Langfristig führen diese Spekulationen zur vollständigen Unfinanzierbarkeit, Inflation und vielleicht zum Verfall des Euroraumes. Dieser wird sich allerdings langsam und sehr kostenträchtig hinziehen. Damit geben wir aber den Standort Europa direkt an lächelnde Mitbewerber ab. Europa wird dann Kolonialgebiet, weil seine einzelnen Mitglieder diesem Wirtschaftskrieg nicht gewachsen sein können.
 
Wenn wie seither alle Türen für Spekulation, Täuschung und Missbrauch offen gehalten werden, vergehen sich die Regierungen gegen die Interessen der EU-Bürger, der EU-Wirtschaft und der Zukunft Europas. Dazu wurden sie nicht gewählt, denn Abgeordnete und Regierungen sind ausschließlich die Geschäftsführungs-Beauftragten der europäischen Wähler. Souveränität steht nämlich keinem Regierenden, sondern alleine den Wählern in Europa zu. 
 
Die beiden größten Volkswirtschaften in Europa, Frankreich und Deutschland sind gehalten, unter sich ein Moratorium einzuführen, das einer europäischen Instanz die alleinige Kontrolle der Volkswirtschaften der Mitgliedsländer einschließlich deren Kapitalaufnahme- und Ausgabenpolitik auferlegt. Versorgung der Länder mit Euro nur über die Europäische Zentralbank. Den gefährdeten Ländern ist dann der Beitritt zu "empfehlen".
 
Das Gebot der Stunde besteht also in der Durchsetzung eines rigiden Moratoriums für die Länder, die ausserordentliche Finanzmittel beantragen, weil sie sonst Staatsbankrott anmelden müssten. Sollten sie sich diesem Moratorium nicht unterwerfen, gäbe es keinerlei Unterstützung. Sehr möglich, dass dann auch weitere Kandidatenländer zur Unterstützung dieser Regelung bereit wären.
 
So würden zwar - anders als auch von der deutschen Regierung gewollt - Souveränitätsrechte abgegeben, aber Europa würde endlich zu dem Ideeen- und Wirtschaftsraum weiter zusammenwachsen, der ihm das langfristige Überleben im globalen Wettbewerb überhaupt erst ermöglichen wird.
 
Hans Jochen Kittel
21. 04. 2010.
  
 
Zur Finanzkrise allgemein:
 
 
Die Volkswirtschaften erzeugen unter stabilen Bedingungen einschließlich aller Pleiten jährlich ein Wachstum von vielleicht 3 - 4 %. Die Finanzbanken möchten alleine auf Grund von Hoffnungen auf Wertsteigerungen allerorten jährlich dauerhaft bis zu 25% Wachstum hinlegen. Es gibt niemanden, der diese Diskrepanz nachvollziehbar erklären kann, es ist Wertschöpfung aus der Luft!
 
 
1929, nach der ersten Finanzkrise im 20. Jahrhundert, wurde in den USA 1933 durch das Glass-Steagall- Gesetz eine strikte Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken durchgesetzt. Obwohl seither viele Spekulationsblasen Vermögen weltweit verrnichteten, wirkte die Trennung von "Realwirtschaft" und "Spielcasino" für die Bürger doch als verhältnismäßig beherrschbaren Sicherung ihrer Vermögen. 

Dieses Gesetz wurde nach vielen, von der Finanzwelt betriebenen Modifikationen dann 1999 unter der Clinton-Regierung gestrichen und die Aufhebung dieser Schranken zusammen mit der angelsächsi-schen Finanzwirtschaft weltweit durchgesetzt. Seitdem treibt eine Casinoblase nach der nächsten die Finanzmärkte immer wieder auf. Weil jetzt alle Finanzinstitute ( Handelsbanken und Finanzmarktbanken ) im selben System eingebunden und ineinander und untereinander vernetzt ( verkoppelt ) sind, werden auch die der Realwirtschaft verbunden Bankgeschäfte stets auf´s Neue erfasst.

Dem kann sich niemand entziehen, weil es aus Sicht der Bürger ein Systemfehler ist ( aus Sicht der Banken natürlich nützlich ). Gegenwärtig soll angeblich versucht werden, das Bankenwesen einem internationalen, "wasserdichten" Regime zu unterwerfen.

Es bestehen aus allen historischen Erfahrungen heraus jedoch erhebliche und berechtigte Zweifel, dass ein solches Regime durchgesetzt werden wird, insbesondere, wenn Bankmager den Politikern bei der Erstellung von Regeln und Rettungsplänen die Feder führen. Das war – obwohl allen Regierungen alle Gefahren schon 2003 bekannt waren – auch schon beim Gipfel in Heiligendamm nicht möglich.

Die Annahme, die gegenwärtige politische Klasse sei im Stande oder gar des Willens, ein derart hartes Regime gegen die Weltfinanz durchzudrücken, wäre grob und vorsätzlich naiv. Dazu müsste die Schaffung und Umsatz von Finanzderivaten, Leerverkäufen, OTC-Produkten, Kredithebeln u.s.w. untersagt werden.

Noch weniger ist anzunehmen, dass sämtliche Staaten die Austrocknung von Steueroasen und anderen Umgehungsmöglichkeiten der Besteuerung von Großvermögen durchziehen ( auch USA - Delaware?? ).

Die Missbrauchsmöglichkeiten im gekoppelten Bankensystem betrifft die kleinen Sparer und Lohnabhängigen möglicherweise in ihrer gesamten Lebensplanung, aber auch die Bessergestellten, die eine ganze Zeit lang mit Verlockungen geködert werden, können viel zu viel Substanz verlieren, was für die gesamte Volkswirtschaft ausserordentlich schädlich ist:
Im Konzert der Hochfinanz sind auch sie lediglich die Leibspeise der Zocker, ein Umstand, der die Verantwortung wirklich guter Vermögensberatung betont.
Die weitere Duldung dieses "liberal gekoppelten Finanzwesens" wird jedoch viele Menschen wieder und wieder in wirkliche Not stürzen - völlig unverantwortlich!

 
Aus alledem folgt, dass die strikte Abkopplung der Finanzmarktbanken von Geschäftsbanken
in irgendeiner Form wieder durchgesetzt werden muss.

Dabei fragt sich, weshalb man sich überhaupt "durchsetzen" muss: Die Regelung kann von Deutschland im Alleingang eingeführt werden mit dem Effekt, dass zumindest die Arbeitsplätze, die Konten der Bürger und die Existenz der Unternehmen besser vor spekulativen Einflüssen geschützt wären.

 
Es muss betont werden, dass die wissenschafts- und technologiegetriebenen Spekulationszyklen viel schneller laufen, als die eher bedächtig laufenden Zyklen der Weltwirtschaft, die sich aus der Aufnahme neuer Technologien und aus dem Abbau oder Zusammenbruch veralteter Systeme speisen ( Kondratjew .. ).
 
 
Zur Finanzierung der jeweils aktuellen Spekulation ist gleichwohl die Heranziehung sehr großer Vermögen notwendig, denn nur so erhalten Wissenschaft und Technologie den notwendigen Treibsatz für Neuentwicklungen.

Der weitere Vorteil ist, dass die Inhaber von Großvermögen bei einem Crash normalerweise nicht wirklich Substanz verlieren, denn sie sind vielseitiger aufgestellt und abgesichert, als ein betagtes Mütterchen, die ihrem Bankberater vertraut, oder der Oberarzt, der nicht wirklich hinter die Struktur verlockender Angebote blickt.

 
Dieser gesamte Bereich muss deswegen den Finanzmarktbanken zugewiesen werden. Diesen bräuchte dann aber auch keinerlei Rechtsbeistand seitens unserer Justiz gewährleistet werden, denn der Entschluss, sich der Spielsucht hinzugeben, ist nicht justiziabel. Die Pflicht, Spekulation vor Verlusten zu schützen, steht nicht im Grundgesetz.

Es ist unverständlich, weswegen die gängigen Volkswirtschaftslehren und die Politik diese schlichte Tatsachen bei der Strukturierung des Bankenwesens und bei der fälligen Ausgestaltung der Gesetze nicht in Erwägung ziehen.
 
 
Politik, die diese Zusammenhänge nicht erkennen will oder Forderungen dieser Art nicht erhebt, macht sich mitschuldig an der ständigen, immer wiederkehrenden Destabilisierung der Volksvermögen und der Weltwirtschaft, die alleine durch die weltweite Finanzherrschaft kontrolliert und ausgebeutet wird.

Es ist ohne Zweifel richtig, dass die Realbanken die immensen Geldströme, die täglich um den Globus jagen, überhaupt nicht sinnvoll einsetzen könnten. Realbanken sollen aber schlicht der Wirtschaft die Finanzmittel verlässlich zur Verfügung stellen, die diese für Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen und ihr für Wirtschaften benötigt. Nur Realbanken dürfen Zugang zu den staatlichen Zentralbanken erhalten, deren korrigierende Einwirkungsmöglichkeit dadurch auch verstärkt würde.

Querleitungen von Realbankkapital an Finanzhandelsbanken müssen strafbewehrt werden.

Wie schädlich die durch die EU verordnete Überleitung des deutschen Landesbankenmodells in die allgemeine Bankenwelt war, braucht nicht gesondert erwähnt zu werden. Das Modell ist wieder einzuführen, auch gegen jeden Widerstand aus der EU, im Gegenteil, es muss sogar auf die gesamte EU ausgedehnt werden.
EU - Mitgliedsländer dürfen Kredite nur direkt bei der Europäischen Zentralbank aufnehmen, die gemäß der Leistungsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften ausgegeben werden. Nur die Europäische Zentralbank ihrerseits kann Geldmittel für den EU-Raum beschaffen und Verbindlichkeiten eingehen. Dazu sind die Verträge entsprechend zu erweitern. Nationen, die sich dieser Weitereintwicklung Europas verweigern, müssen mittelfristig aus der EU ausgeschlossen werden, und zwar, weil dies juristisch nicht möglich ist, indem sie einfach keinerlei Deckung mehr erhalten.  


Folgerungen:
 

Das Institut soll Modelle für Qualitätsberatung entwickeln, die auf Grund umfassender Risikobewertung durchaus auch zur Warnung vor bestimmten Anlageformen genutzt werden können. Um ein feineres Rating als das gegenwärtige AAA bis C anbieten zu können, sollte ein 100er Quotient eingeführt werden:

10/10/90 bedeutete dann: 10% reelle Werte: ( ImmoNetto, Bar, sichere Forderungen ... ), 10% Produktion, 90% undurchsichtiges Hochrisiko, oder: 20/80/0 wären zu: 20% reell, 80% sichere Produktion, 0% Hochrisiko.

Dies wäre ein Prinzip, das vom Verbraucher besser verstanden werden kann, eine der Börsenbewertung ähnliche Vorgehensweise.
 
 
 
2.) Das Institut soll ein Beratungsbogen entwickeln, der alle, bei Beratungsgesprächen erforderlichen Auskünfte und Parameter festhält. Damit soll dem Finanzlaien eine bessere Einschätzung angeboten, und vom Berater sollen genauere Auskünfte, verbunden mit einer Haftungszuweisung erzielt werden.
 
3.) Das Institut soll die Kriterien der Ratingagenturen untersuchen, und deren Ausdeutung der Öffentlichkeit zur verfügung stellen.
 
Beitrag: Hans Jochen Kittel.
( Ausschnitt: Wirtschaft und Finanzen des Parteiprogrammes der Deutschen Demokratischen Mitte i. Gr. ( www.ddm-009.de ).

Für eigene weiterführende Studien empfiehlt sich die Homepage von " Institutional Risk Analytics ": http://us1.institutionalriskanalytics.com/www/index.asp

Laufende weitere Aktivitäten: Die Analyse des Securenta- Skandals

Betroffene können im " Securenta - Geschädigtentreff " unter der Lasche "SECURENTA" gerne an der Erschliessung des Schadenbildes mitwirken. Alle Daten bleiben selbstverständlich anonym. Durch Ihre Mithilfe können Sie dazu beitragen, daß Argumente zur Verfolgung Ihrer Ansprüche oder die Abwehr von Forderungen substantiierter vorgetragen werden können. In nicht zutreffende Pflichtfelder, oder in solche, die Sie nicht beantworten möchten, tragen Sie bitte eine "0" ein. 

Auf Grund der zahlreichen Anfragen und der Einarbeitung der Daten sind wir zur Zeit nicht im Stande, Ihnen persönlich zu antworten, wir werden sie aber per Rundschreiben per eMail auf dem Laufenden halten.

Wir bitten um Verständnis, herzlichen Dank!

Hinweis: INKA e.V. betreibt keine Rechts- oder Steuerberatung !


Das Institut wurde 2002 in Potsdam mit dem Ziel gegründet, Untersuchungen, Schulungen und Publikationen zu allen Fragen bestmöglicher Versorgung im Alter durchzuführen; es ist als gemeinnützig anerkannt.
Auf Grund der aktuellen Entwicklungen, die die Altersvorsorge vieler Bürgerinnen und Bürger schwer beeinträchtigen können, haben die Mitglieder die Diskussion zur möglichen und notwendigen politischen Maßnahmen in eine gesonderten Diskussionsabbteilung für Kapitalmarkanalysen ausgelagert. Diskussionsbeiträge senden Sie uns bitte per E-Mail zu. 

INstitut für Kostenoptimierte Alterssicherungssysteme ( INKA ) e.V.
VR 2342 P, St.-Nr.: 046/142/09211;
Tel.: 030 / 70 76 66 56;
Kto: 3503012353; MBS Potsdam 160 500 00 
Postfach: 480128, 12251 Berlin
Verantw.:
Hans Jochen Kittel, EU-Dozent,
Vorstand.
E-Mail: inkaev@t-online.de

 

 

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